Archiv für die Kategorie ‘Hass & Liebe’
014
(Notizen von auf dem Weg zur bedingungslosen Liebe) Wer weiß wie man das überleben soll?
Die Wahrheit plagt den Kopf. Gestern festgestellt, dass ich doch nur an mich und im Grunde meines Herzens an nur die eigenen Vorteile denke. Der partnerschaftliche Geburtstag ist trotz Essengehen, Rudern und Stadtrad-City-Tour in ein die Psyche zersetzendes Abenddelta geflossen. Man habe sich mehr vorgestellt. Tränen auf beiden Seiten, wenn auch nicht im Überfluss aus den Augen heraustretend. Ich habe mir nicht wirklich Mühe gegeben. Hass & Liebe im ampellosen Kreisverkehr. Unfähigkeit Zugeständnisse im richtigen Zeitpunkt zu formulieren. Worte überfahren Gefühle. Unfähig die eigene Zunge ins Gespräch zu verwickeln. Reden in die eigene Kaugummiblase hinein. Verletzter Stolz, Barrikaden mit Wundöffnungen – derweil man sich hinter ihnen verschanzt, schmerzt jedes Wort das durch sie tritt. Ist es das was ich liebe, wonach ich mich sehne – Auseinandersetzung, Aufmerksamkeit, emotionale Intensität durch stetige Herbeiführung von Partnerschaftskatastrophen? Es gibt zu viele Möglichkeiten das was man gesagt bekommt, zu interpretieren ohne dabei in die Fehlerfalle zu tapsen. Für das was man macht, gilt das Gleiche. Außen Streit und innen drinnen ein psychotischer Selbstzerstörungstrieb, der das Herz im Salze röstet, der alles entzweit das sonst ein Ganzes ist. Zweifrontenkrieg. Man versteht sich selbst nicht mehr – nicht ein Wort, eine Geste, keinen Ton. Liebe klingt anders? Nein, auch so. Erst wenn alles zerredet ist, das frittierte Hühnerfleisch in Ernusssoße im Magen geparkt, das fade Alster getrunken und die Zigaretten geraucht, hält man wieder zusammen und findet von Essen und Kämpfen erschöpft, erneutes Mitgefühl. Arm in Arm liegend eine Brise Fernsehen auf die Netzhaut, surfen wir ab Mitternacht friedfertig durch den Sommerabend über die Fernsehtastatur. Wieso immer Anker werfen, wo weitermachen, -denken oder -leben oder einfach genießen, drauf scheißen viel sinnvoller, viel nachhaltiger wäre? Weniger lebensbedrohlich. Wieso Leben anhalten und Anschluss verlieren? Das einzig Schöne ist, dass Liebe bewegt. Wir scheinen einen Körper zu brauchen, um den Schmerz der Liebe empfinden zu können. Romantischer Rotz.
008
Ich bin so voller Gefühlen, dass ich mich ohnmächtig fühle und schwanke. Darum hier ein paar Worte, bevor morgen andere Gedanken kommen, neue Gefühle, eine andere Klarheit. Mir geht so unendlich vieles durch den Kopf. Und tatsächlich ist es gut, jetzt abzuwarten, wie sich dieser aufgescheuchte Gedankenschwarm legt, was von dem, was wir denken das es uns ausmacht, von alleine wieder seinen Platz findet und ob es reichen wird, uns einmal irgendwann wieder näher zu bringen, als Freunde es sein können. Das Herz hat sein eigenes Verhalten. Einige der Gedanken wollten schon lange fort von mir, für immer. Ich kann sie jetzt nicht mehr halten. Es waren die falschen. Illusionen. Vorstellungen. Wie wahr doch das Leben nur ist. Wie gut doch Deine Entscheidung ist. Wie rein.
004
Du achtest auf Vielfalt. Noch nie habe ich so viele Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt. Noch nie habe ich so viele Säfte in einem Glas mit Eiswürfeln zusammen -gemixt. Nie zuvor habe ich mitten im Gespräch so oft aufgelegt und selten habe ich mich einem Wesen so nahe und gleichzeitig so missverstanden gefühlt.
003
Deine Hände liegen auf meinen Schultern. Selbst wenn ich Dich sehe gelingt mir ein Lächeln. Inzwischen kann ich wieder essen. Auch wenn Du fort bist. Obgleich Du da sein wolltest. Ich will Dich glücklich. Und Du hast gesagt, geschrieben, Du wolltest Dich und mich glücklich. Ich habe es Dir so oft geglaubt, bis ich ein Gefühl dafür bekam, wo in mir mein Verstehen zu finden ist. Es hat einen Moment gedauert, über die Meinungen der Freunde hinweg zu kommen und Dich dennoch zu lieben. Es wird noch eine Zeit vergehen, in der dieser ewige Zerfall des Vertrauens gegenüber einander sich umkehren wird. Was weiß ich, ob wir dann noch zusammen leben. Sicherlich auf diesem Planeten.