missgeschick

012

In Hamburg, Nachtleben, Projektmanagement, Sommer on Juli 9, 2009 at 10:18

Donnerstag. 9. Juli. Ort: Büro. Gestern auf HfbK-Jahresausstellung gewesen. Kunst scheint schön zu machen. Mehr hübsche Menschen als Kunstwerke gesehen. Vier Etagen, fünf Etagen, sind nur bis in die dritte gekommen, dann hat uns die Laune umkehren lassen. Genug ist irgendwann genug. Runter in die Tanzhalle, die tagsüber Mensa heißt. Alle Viertelstunde zu Michael Jackson das Glas geschwenkt, den Rotwein, das Bier, die Nil-Zigaretten von Robert, die Menthol-Zigaretten von Cornelius und die selbstgedrehten der Fremden. Der König ist tot. Brooke Shields, alte Kindheitsfreundin erinnert sich lieber an den kleinen Prinzen, wenn sie an MJ denkt. Zurück zur HfbK: Einige nicht wieder erkannt. Wurde quittiert mit rollenden Augen. Kleines Lungendesaster zu Beginn, Husten. Langsam kenne ich es. Wohl aus der Mitte geraten, der da in mir. Kein Wunder bei diesem Leben.

Schön war auch, zumindest gestern, seine Freunde kennenzulernen. Dustin, Robert. Dann ein Stefan. Wie auch immer der sich schreibt. Draußen  schlechte Live-Performance. Ein Runter-Gelaber-von-modernen-Punk-Vokabeln während wir an dem unterbesetzten Getränketresen stehen und auf die Pfandgetränke warten. Vokabeln wie Twitter, Facebook … heruntergerappt. Rap konnte man das nicht nennen. Weiß auch nicht was das sollte. Oder warum das sein muss. Schon gar nicht, wieso dazu getanzt wurde. Das ist das Alter. Da trifft man Aussagen, motiviert durch die eigene soziale Engstirnighkeit. Mit zunehmendem Alkoholpegel wie immer, wurde der Abend lockerer, man selber und alle anderen verbundener, Erweiterung der Sozialvernetzung folgte auf den Schritt. Wir hatten uns lieb.

Tagsüber Projektsitzung. Mit G. im Cafe Johanna Konzept erörtert. Zielgruppen definiert. Zumindest versucht. Aufgabenfelder angerissen. Bedeutung der Projektmodule. Ich bin skeptisch ob der Zukunft des Projektes im Hinblick auf die konstruktive Zusammenarbeit. Nicht Angst sondern Argwohn begleitet mich.Zu viele Vorstellungen erscheinen mir in der Planungspahase wieder naiv. Ich will besser sein als das letzte Mal. Heute abend geht es weiter. Nächste Woche Mittwoch Telefonkonferenz mit potentiellem Geldgeber. Denke darüber nach, hier das Diplom anzusetzen.

Davor Büroarbeit. Dort wo ich jetzt auch sitze.

011

In Bedeutungslosigkeit, Geld verdienen müssen, Sommer on Juni 29, 2009 at 5:46

Montag.

Ich gieße mir einen Tee ein, kalten von gestern. Und dazu bekomme ich einen Espresso. Von heute morgen. Ich hatte keine Zeit ihn heute morgen zu trinken. Ich kann mit Zeit noch nicht umgehen. Tag ein Tag aus rede ich stattdessen von physischen Handlungsschritten. Zeit ist ein Terminator. Nützlich. Oft nervig. Weil jeder alles terminieren will. Das ist Science Fiction. im globalen Sinne. Wahrscheinlich wird es schlimmer. Alles ist gerade in einem Prozess. Bricht um und das Meiste bricht gerad zusammen. Geschäftsmodelle genauso wie Geschäfte. An ihre Stelle tritt das Neue. Das Neue hat heute kaum bestand. Jeder möchte es alt machen. Das Schätzen wird nicht mehr gelehrt. Warum soll ich also auf die Zeit Acht geben? Ich komme, sobald ich kann. Und überall sein kann ich nicht. Meistens bin ich es dennoch. Ist aber ganz entspannt.

Und heute morgen musste ich dann, wie immer plötzlich dringend zur Behörde, und wieder war es spät. Als der Kaffee noch auf dem Herd kochte musste ich das Haus verlassen. (Ich hatte gerade geschrieben … ‘noch auf dem Herz kochte’). Dabei wusste ich mindestens seit einer Woche davon, heute zur Behörde zu müssen. Zu Herrn U. Der Mann der bescheid wüsste. Über das was man in Hamburg plane, in der Kreativwirtschaft. Ich habe mir ein graues Jacket angelegt. Aber ich musste es in den Arm legen. Weil der Sommer gerade ist. Zumindest bis auf den Asphalt hinunter kommt. Er ist seit gestern überall. Die Haut klebt überall. Die Nerven auch. Ich hatte das weiße Hemd nicht in die Hose gesteckt, mir noch einen Kaffee im Bäckershop am Großneumarkt gekauft. Das Brötchen kaute ich auf dem Weg. Die Nugatschokolade verschmierte mir Hände und Mund. Ein Gebäude in der Nähe meiner alten Wohnung. Der zwei Wohnungen, in denen ich mit meinen Partnern lebte.

Nach Herrn U. habe ich mich zur Hochschule aufgemacht, um Verträge zu unterschreiben, deren Unterschriften eben fehlten. Von dort sind wir zu zweit zu einem Termin in die Armgartstraße gefahren. Wir waren natürlich zu spät. Weil wir draußen in der Sonne noch ein Sandwich gegessen, eine Zigarette geraucht und einen Kaffee getrunken haben. Und wahrscheinlich haben wir über das Leben oder nuur über die Menschen nachgedacht. Geschwätzig haben wir in der Sonne die Zeit vegressen. Aber der Termin fiel aus. So hieß es nach Ankunft. Die Dekanin hatte sich einen anderen Termin notiert. Einen am Morgen. Als ich noch in der Behörde saß um mit Herrn U. über die Kreativwirtschaft in Hamburg zu sprechen.

Das der Termin ausgefallen war, das machte nichts. Denn bie Ankunft traf ich auf G. und K. G. treffe ich auch am Donnerstag. Zur Besprechung unserer Zukunft. Er möchte immer noch ein Magazin für Gegensätze machen. Ich nicht. Nicht mit einem Dagegen-Gefühl in mir. Also werden wir nachbessern. Am Donnerstag. Und ich werde G. dann von meinen weiteren Projekten erzählen. Und das ich alles nur machen kann, wenn es sich kombinieren lässt.

Mit K. bin ich Rabarber-Saft-Schorle am Kanal trinken gegangen. Und wir haben über die Redaktionssitzung, über verlorene Tage, die Zukunft gemeinsamer Anliegen gesprochen und über Selbstreflexion. K. glaubt, die meine sei krass. Ich glaube das von der ihren.

Danach bin ich weiter gezogen. Ein stückj die Außenalster entlang. Um L. zu treffen. In der Alsterperle. Leider konnte C. nicht kommen. Aber das holen wir eine Woche später zu dritt nach. Unser gemeinsames Zukunftsgespräch für einen  Label-Launch. Mit L., er ist Kommunikations-Designer, haben wir die ganze Sache schon durchgesprochen. Zumindest war es plötzlich, so nach einem Spezi, einem Espresso und vielen Zigaretten ein Ganzes. Wir waren begeistert von einer Idee. Nichts weiter.

Von dort bn ich gemeinsam mit ihm die Alster entlang nach Hause gelaufen. Über das Alsterhaus, die rabattierten Joop-Schuhe abgegriffen, noch in der Boysenbuchhandlung am Schaufenster ob der habermas-Auslagen hängengeblieben und in den Laden hinein aber nur um zu fragen ob man denn vom I. Bachmannpreisträger, der das Abendblatt zierte, etwas da habe. Nein. Auch nicht von der Bachmann. Eine Empfehlung, eine in diese Richtung. Nein. Die steht ja für sich, die Bachmann. Dann bekam ich zwei Bücher. Das zweite kaufte ich. Lief lesend nach Hause.

Dort angekommen hatte ich noch 45 Min. bis zur Verabredung mit M. …

010

In Leben on Juni 28, 2009 at 6:32

Sommer. Unsere Besprechungen erhalten nachhaltige Qualität. Vielleicht ob der schönen Abende, dem blauen Himmel und der Ausgelassenheit. Sie mischt sich mit der Schicksalshingabe, weil sich keiner Mühen machen möchte, lieber gleich richtig denken und jede zusätzliche Arbeit im Keim ersticken.

Manchem von uns scheint die Hitze in den Kopf gestiegen. Dort wo Feuer sonst fehlte. Wir treffen ‘fantastische’ Entscheidungen. Man könnte schon wieder an Zukunft glauben. Doch haben wir ja gelernt das es die nicht gibt. Also versuchen wir im Jetzt produktiv zu sein. Und ein bisschen vernünftig. Um sie zu gestalten, heute.

Sommer in Hamburg

Sommer in Hamburg